Das umstrittene Betreuungsgeld – Ein Update

Das umstrittene Betreuungsgeld – Ein Update

In den letzten Monaten führte eine Debatte über das Betreuungsgeld zu zahlreichen Diskussionen in den Medien. Einen Höhepunkt erreichte die Kontroverse über das Betreuungsgeld vor allem, als es im Bundestag mit einer knappen Mehrheit gebilligt wurde.

Damit rücken Themen der Chancengleichheit und Bildungsfreiheit erneut in den Mittelpunkt der Gesellschaft.

Das Konzept des Betreuungsgeldes

vornameBei dem Betreuungsgeld handelt es sich um eine Geldleistung des Staates. Diese wird in erster Linie an erziehende Mütter und Väter verteilt, sofern sich diese entscheiden, die Erziehung des Kindes zu übernehmen.

Dies ist allerdings nur in den ersten 24 Monaten nach der Geburt des Kindes möglich und setzt voraus, dass mindestens ein Elternteil auf die Ausübung des Berufes verzichtet und die Erziehung des Kindes in Vollzeit übernimmt. Entsprechend wird das Betreuungsgeld in der Regel ausschließlich an Eltern verteilt, die bewusst auf einen Krippenplatz und eine damit verbundene Kindertagesstätte verzichten.

Höhe und Laufzeit der Leistung

Das Konzept des Betreuungsgeldes soll ab dem ersten August 2013 in Kraft treten und soll zunächst einen Betrag von maximal 100 Euro pro Monat umfassen. Bei einer erfolgreichen Durchsetzung soll es ab 2014 anschließend auf 150 Euro erhöht werden. Das Betreuungsgeld wird dabei für jedes Kind ab seiner Geburt bis zu einem Alter von zwei Jahren ausgezahlt.

Dadurch wird mit Kosten von etwa 1,2 Milliarden Euro gerechnet. Ein wesentlicher Kritikpunkt bezieht sich dabei auf das Bedenken, das Geld könnte von den Eltern für eigene Zwecke missbraucht werden. Demnach würden die Eltern den Kindern eine Kindertagesstätte aus Geldgründen absichtlich verwehren, was sich nachhaltig auf die Bildungschancen des Kindes auswirken könnte.

Die Befürworter argumentieren hingegen, dass die Nähe eines Elternteiles als Bezugsperson eine Schlüsselrolle in der Entwicklung des Kindes spiele.
Wirkung auf die Gesellschaft

Fakten durch Studien

Mehrere Studien haben ergeben, dass das Betreuungsgeld aufgrund des geringen Betrages die Gewohnheiten der Eltern kaum beeinflussen wird. So erklären sich nur wenige Eltern bereit, auf ihre Karriere aufgrund von 150 Euro im Monat zu verzichten.

Allerdings könnte das Betreuungsgeld vor allem bei finanziell schwachen Familien eine Abhilfe leisten und die Lebensqualität des Kindes deutlich erhöhen.